Pressebericht im Marktspiegel, Scena Kulturverein, Burgdorf, 16.6.2011

Juri Artamonov-Trio ließ durchs „Moskauer Fenster“ blicken

Jazzpodium

Swingende Versionen von Klassikern russischer Film- und Jazzmusik

BURGDORF (gb). Hierzulande ist wenig bekannt, dass es in der alten Sowjetunion auch eine swingende Musikszene mit Schlagern und populären Stücken aus Revue- und Propagandafilmen gab. Das Juri Artamonov-Trio, das am vergangenen Donnerstagabend im Bühnensaal des Burgdorfer Johnny B. gastierte, hat die Hits der ehemaligen UdSSR im Stil von Oscar Peterson verjazzt, und präsentierte vor leider viel zu wenigen Zuhörern seine aktuelle CD „Moskauer Fenster“.
Namensgeber dieses swingenden Dreigestirns ist der aus Moskau stammende Jazzpianist Juri Artamonov. Seine beiden Mitstreiter sind Bassist Martin Gehrmann (Osnabrück) und Schlagzeuger Jochen Metze (Münster). Das meisterhaft dargebotene Konzertprogramm hatte Filmmusiken und Chansons der 1930er bis 1950er Jahre zur Grundlage. Die Lieder, die aus oder hinter dem „Moskauer Fenster“ ertönen, sind heute noch vielen Russen in nostalgischer Erinnerung. Die Vertonung der Stücke in der Swingstilistik eines Oscar Peterson sind kultivierte Versionen von Klassikern der russischen Jazzmusik, die nicht selten von jüdischen Komponisten geschrieben wurden.
Die Interpretationen des exzellenten Trios bewegten sich auf einem sehr hohen Niveau, wobei das virtuose Klavierspiel von Juri Artamonov stets im Vordergrund stand. Außer Swing und Jazz bekam das begeisterte Publikum auch Rumba, Salsa und Tango zu hören. Link